Tagestipps im Radio

Tagestipps

Freitag 18:30 Uhr SRF 2 Kultur

Kontext

Fashionista mit Kopftuch Shadia Black aus St. Gallen ist eine Hijabista, eine Influencerin mit Kopftuch. Auf Instagram und als Model zeigt die Muslimin, dass islamische Mode modern sein kann. Und hat gerade ein Modegeschäft für «modest fashion» eröffnet.

Freitag 19:05 Uhr SWR2

SWR2 Krimi

Der letzte Swipe ARD Radio Tatort Von Ben-Alexander Safier Mit: Aysima Ergün, Jeremy Mockridge, Jens Wawrczeck u. v. a. Komposition: Andreas Koslik Regie: Janine Lüttmann (Produktion: Radio Bremen 2021) Nach einem Date wird die junge Maria brutal ermordet. Den Täter lernte sie über eine Dating App kennen - und er scheint noch weitere Morde zu planen. Der Ermittlerin Yelda Üncan und ihrem britischen Kollegen Johnathan Brooks läuft bei der Jagd auf den Serienmörder die Zeit davon. Daher trifft Yelda eine folgenschwere Entscheidung: Sie will verdeckt ermitteln und den Mörder zu einem Date treffen - und wird entführt. Johnathan muss seinen Bruder Marcus um Hilfe bitten. Es beginnt eine Odyssee durch die kriminelle Bremer Unterwelt ...

Freitag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Mikrokosmos - Die Kulturreportage

Warum der Erfolg des Streamings die Musik-Kultur gefährdet We"re lost in music Von Florian Fricke Produktion: BR 2021 Vor rund 20 Jahren begann mit dem Erfolg des Filesharingdienstes Napster der endgültige Niedergang der alten Musikindustrie. Musik wurde zur Ramschware, immer erhältlich, immer kostenlos. Streamingdienste wie Spotify versprachen eine Revolution. Das ernüchternde Resultat: Musikmachende, die weniger verdienen als je zuvor; dazu die Diktatur der Playlists, der Soundtapete für alle Bereiche des Lebens. Musik wird zunehmend zu einem Gefühlsbegleiter degradiert. Wer sie komponiert, wer sie produziert und eingespielt hat, wird mehr und mehr zur Nebensache. Das hat auch Konsequenzen auf Seiten der Musikschaffenden: Der Mut zum Risiko nimmt ab, die Gefallsucht wird zur ökonomischen Notwendigkeit - eine musikalische Dystopie, die durch die Pandemie zusätzlichen Aufwind erhält.

Freitag 20:03 Uhr SRF 1

Hörspiel

1/2: «Hier ist noch alles möglich» nach Gianna Molinari Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Kartonfabrik eingestellt. Auf dem Gelände soll sich ein Wolf herumtreiben. Nacht für Nacht macht sie ihre Rundgänge, und mit jeder Schicht wird die Suche nach dem Wolf mehr zu einer Suche nach sich selbst.

Freitag 20:04 Uhr BR-Klassik

70. Internationaler ARD-Musikwettbewerb

Orchesterkonzert der Preisträger Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Leitung: Radoslaw Szulc Moderation: Maximilian Maier PausenZeichen Maximilian Maier im Gespräch mit der Intendantin des Bayerischen Rundfunks Katja Wildermuth und mit dem Dirigenten Radoslaw Szulc Fridemann Leipold im Gespräch mit der Geigerin Anne Schoenholtz und der Hornistin Ursula Kepser vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Als Video-Livestream auf www.br-klassik.de Der traditionsreiche Internationale Musikwettbewerb der ARD ist einer der größten und renommiertesten weltweit - und ein Aushängeschild für das kulturelle Engagement des Senderverbunds. Nachdem der ARD-Wettbewerb im letzten Jahr Pandemie-bedingt ausfallen musste, wuchs die Vorfreude auf den 70. Wettbewerb, für den sich wieder Hunderte von jungen Musikerinnen und Musikern beworben hatten. Allerdings war auch heuer noch einiges anders als gewohnt - so fand nicht nur die Vorauswahl digital statt, sondern auch die erste offizielle Runde des Wettbewerbs. Ende August 250 junge Menschen aus aller Welt nach München kommen zu lassen, wäre unverantwortlich gewesen. So hatten die Jurys in den vier Fächern diesmal im ersten Durchgang keine Live-Auftritte zu beurteilen, sondern eingesandte Videos - sicherlich eine ganz neue Erfahrung für die Wertungs-erfahrenen Musikerinnen und Professoren. Wieviel Publikum ab der zweiten Runde zugelassen sein durfte, war noch unklar. Denn die Begeisterungsfähigkeit langjähriger Fans trägt nicht unwesentlich zur überaus lebendigen Atmosphäre des Wettbewerbs bei und vermittelt den Teilnehmenden eher ein Konzert- als ein Konkurrenz-Gefühl. Unter den diesjährigen Fächern Violine, Klavierduo und Horn stieß der Gesang natürlich wieder auf das größte Publikumsinteresse. Beim Abschlusskonzert mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Münchner Herkulessaal steht der Erste Konzertmeister Radoslaw Szulc am Pult, der sich zunehmend auch als Dirigent profiliert.

Freitag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

On Stage

Psychedelisch mäandernd durch Zeit und Raum (1/3) Die norwegische Band Motorpsycho Aufnahme vom 16.10.2019 aus dem Conne Island, Leipzig Am Mikrofon: Tim Schauen (Teil 2 am 24.9.2021) Schwer zu sagen, in welchem Genre sich die Band Motorpsycho bewegt - die Frage ist eher: in welchem nicht? 1989 wurde sie als Psychedelic Rock-Band in Trondheim gegründet, 1991 erschien ihr Debütalbum "Lobotomizer", an die 30 Werke folgten. Bassist Bent Saether sagt, die Formation spiele Hardrock mit psychedelischem Dreh, aber auch mal Jazz und etwas Folk, Country möchte man auch nicht wirklich ausschließen. Ach, eigentlich sei man doch eine Hardrock-Band, aber eben nicht klassisch, sondern dem Sound der späten 1960er-, frühen 1970er-Jahre verpflichtet. Gerade beim Oeuvre der Norweger zeigt sich, dass Etikettierungen Musik eher einschränken als ihr helfen: Beim Leipziger Konzert der vier Norweger an Schlagzeug, Bass, Gitarre sowie Synthesizer und Mellotron wurde offenbar, wie sehr diese Formation in der Lage ist, musikalisch durch Raum und Zeit zu mäandern. Einzigartig! Motorpsycho.

Freitag 21:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

70 Jahre Hörspielpreis der Kriegsblinden Goldberg Varationen Von Dieter Kühn Mit Ernst Jacobi Regie: Heinz von Cramer BR/HR 1974 Johann Sebastian Bach schrieb in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, angeblich auf Bestellung des russischen Gesandten Graf von Keyserlingk, für dessen Kammermusikus Johann Gottlieb Goldberg die Clavier Übung bestehend in einer Aria mit verschiedenen Veränderungen vors Clavicimbal mit zwei Manualen, die posthum als Goldberg-Variationen bekannt wurde. Dieter Kühns Hörspiel spielt anhand der Beziehung zwischen Goldberg und seinem Dienstherrn durch, wie weit Musik - und Kunst überhaupt - dienstbar gemacht werden kann; wie weit sie gesellschaftlichen Einflüssen unterliegt; oder wie weit Kunst sich einen Freiheitsraum erhält, wieweit sie historische Umgebung zu beeinflussen vermag. "Es findet statt ein Dialog zwischen einem Sprecher und einem Musiker, der nur in seiner Musik präsent ist. Das Hörspiel ist - was schon der Titel andeutet - eine Variationsreihe: In immer neuen Konstellationen wird den Beziehungen und Widersprüchen nachgegangen zwischen Musik und einer historischen Wirklichkeit, in der diese Musik entsteht." (Dieter Kühn) Dieter Kühn (1935- 2015), Schriftsteller. Weitere BR-Hörspiele u.a. Die Spirale (1970), Sprachregelung (1973), Lemsomd (1973). Hörspielpreis der Kriegsblinden 1975.

Freitag 22:05 Uhr Deutschlandfunk

Milestones - Jazzklassiker

Im Namen der Ahnen Erinnerungen an Lester Bowie (1931-1999) "The Great Pretender" (1981), "All The Magic" (1983), "I Only Have Eyes For You" (1985) Am Mikrofon: Karl Lippegaus Lester Bowie konnte durch seine Trompete die Geschichte des Jazz erzählen - wobei er den Namen "Great Black Music" dafür bevorzugte. Es brodelte und zischte, blubberte und fauchte aus seinem Horn. In St. Louis war er aufgewachsen und mit Anfang 20 nach Chicago gezogen, wo er dem Musikerkollektiv AACM beitrat. Deren bekannteste Gruppe, das Art Ensemble of Chicago, wurde Bowies Band fürs Leben. Doch besonders in den 1980er-Jahren machte er auch aufsehenerregende Platten unter eigenem Namen. Als Trompeter hatte Bowie von den Meistern des New Orleans-Stils über Rex Stewart und Cootie Williams bis zu Miles Davis Ideen absorbiert. In seiner Vision von Jazz spielten Einflüsse aus Gospel, Blues, Spirituals, Latin, R"n"B, Soul und Funk eine zentrale Rolle, aber auch Showman-Qualitäten aus der Vaudeville-Ära. Auf der Bühne trug er gerne einen weißen Arztkittel. Er öffnete sein Repertoire auch für eigenwillige Covers schwarzer Popmusik, besonders mit seiner neunköpfigen Brass Fantasy, zu der u.a. vier Trompeter gehörten. Ihr Debüt "I Only Have Eyes For You" erschien 1985. Die Brass Fantasy war das letzte große Projekt seiner an Pionierleistungen reichen Karriere. Im Oktober 2021 wäre er 80 Jahre alt geworden.

Freitag 22:30 Uhr NDR kultur

ARD Radiofestival 2021 - Gespräch

Der Galerist Johann König, befragt von Britta Bürger Dass Johann König fast blind ist, mache ihn, schrieb die New York Times, zum klügeren Galeristen. König sucht nicht nur nach neuen Bildern, Skulpturen und Installationen, ihn interessiert vor allem der Kontext, in dem Kunst entsteht - und der jeweilige Mensch dahinter. Den "brutalistischen" Kirchenbau St. Agnes in Berlin-Kreuzberg hat er zu einem der interessantesten Orte für Gegenwartskunst gemacht. Da die Corona-Pandemie die Kunstmessen lahmgelegt hat, initiierte König seine eigene "Messe in St. Agnes". Ihm ist es ein Anliegen, dass Künstler*innen von ihrer Arbeit leben können. ARD Radiofestival 2021 - Gespräch

Freitag 23:00 Uhr Bremen Zwei

ARD-Radiofestival: Lesung: "Trennungsroman" von Anna Brüggemann (5/5)

Eine Liebesgeschichte im Rückwärtsgang: Was geschieht in den letzten Tagen einer Beziehung? Wann ist der Moment zu gehen? Und wieviel dürfen wir von der Liebe erwarten?

Freitag 23:00 Uhr Cosmo

COSMO Live

Rio Loco Festival: Sam Mangwana Rachid Taha - Am 17.09.2021 nimmt euch COSMO mit zu zwei großartigen Auftritten beim Rio Loco Festival in Toulouse. Unter dem Motto AfriKa stand es dieses Jahr, und Musiker:innen aus ganz Afrika spielten dort über den Zeitraum von einer Woche. Wir fangen an mit dem stimmungsvollen Auftritt von Sam Mangwana, der das Tanzbein in Schwung bringt. Danach gibt es ein Tribut-Konzert an den legendären Sänger Rachid Taha, der 2018 verstorben ist. Hier gespielt von seiner Band und vielen Gästen. Zum 26. Mal fand das Rio Loco Festival dieses Jahr in Toulouse statt, dabei präsentiert wurden die Kulturen und Musiken Afrikas. Ein ,Tribut zu Künstlern von Nord bis Süd, Ost bis West des afrikansichen Kontinents" nennt es der Direktor des Festivals. Rock, Rumba, Hiphop, Folk, traditionelle Afrikanische Musik, alles ist unter den rund 30 Gruppen vertreten. Zu zwei der Auftritte nehmen wir euch mit. Musik zum Tanzen gibt es vom kongolesischen Musiker Sam Mangwana. Die Soukous-Legende singt in acht verschiedenen Sprachen und hat Einflüsse aus der kubanischen und karibischen Musik. Seine Eltern waren Exil-Angolaner, dieser Umstand brachte ihm eine Leidenschaft fürs Reisen und andere Kulturen. Sam Mangwanas Lieder handeln von Frieden und Toleranz, sie setzen sich ein für das Zusammenkommen verschiedener Kulturen und den Respekt vor den Unterschieden anderer Menschen. Durch die Kombination aus seiner außergewöhnlichen Stimme, Musikalität, Charisma und Humor ist er einer der besten "ambianceurs" ("Stimmungsmacher") seiner Generation geworden. Aufgenommen am 15.6.2021 live beim Rio Loco Festival in Toulouse.

Samstag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Lange Nacht

Nichtiger Herrscher über eine nichtige Welt Eine Lange Nacht über den Dandy Von Dietrich Leube Regie: Stefan Hilsbecher Von Lord Byron, dem Idol seines Zeitalters, ist ein erstaunliches Aperçu überliefert: "Das 19. Jahrhundert hat drei große Männer hervorgebracht - Napoleon, Brummell und mich. Was mich anlangt, so möchte ich lieber Brummell sein als Napoleon." Die Heldenmythen des 19. Jahrhunderts werden von Napoleon und Byron dominiert, doch wer ist dieser Brummell? George Bryan Brummell, von Zeitgenossen "Beau" Brummell genannt, beherrschte als König der Dandys die Modewelt der Londoner Herren in der Zeit der "Regency". Er galt als Ikone des vollkommenen Gentlemans bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Prominente Verehrer wie Charles Baudelaire, Jules Barbey d"Aurevilly, Edgar Allan Poe, Oscar Wilde und Paul Valéry waren von diesem Idealbild fasziniert. Ebenso wie die zahllosen Nachahmer, die als Modenarren in die Geschichte des Herrenkostüms eingegangen sind. Letzteren ist der spöttische Beiklang "Dandy", wie er bis heute gebräuchlich ist, geblieben. Daher die verbreitete Annahme, beim Dandytum handle es sich um eine aparte Marginalie zur Geschichte der Männermoden seit 1800. Doch die geistesgeschichtliche Ausstrahlung der Figur des Dandys ist seit den 1920er-Jahren Forschungsthema von Kultur-, Literatur-, und Sozialwissenschaften, in deren Untersuchungen Modefragen nur peripher berührt werden. Baudelaire und sein Zeitgenosse Barbey d"Aurevilly sind die poetischen Ahnen des Dandy-Begriffs. Durch sie erfährt das Wort, eine Akzentverschiebung vom Modekönig der Regency-Zeit hin zu einer Figur des asketischen Künstlers. Baudelaire hat den Dandy als eine Schlüsselfigur in Zeiten des Übergangs diagnostiziert, "wenn die Demokratie noch nicht allmächtig, die Aristokratie erst ins Wanken geraten ist und ihre Würde noch nicht gänzlich eingebüßt hat".

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